Die Deutsche Meisterschaft 2017 (Teil 1/3): Freitag, die Hinreise

Am vergangenen Wochenende stand in der Sport Stacking-Szene ein Highlight bevor: In Butzbach (Hessen) wurden die Deutschen Meisterschaften 2017 ausgetragen! Zum 12. Mal trafen sich Stacker aus allen Bundesländern, um die schnellsten Stacker Deutschlands zu ermitteln.
Unter den 230 Teilnehmern waren auch 9 Stacker aus dem Quickborner Team mit dabei, die erneut gezeigt haben, dass unser Team  in der Lage ist, Unglaubliches zu leisten!

Im folgenden Blogeintrag werde ich, Patrick, die Erlebnisse des Wochenendes aus meiner Sicht erzählen, aber am Ende natürlich trotzdem alle Ergebnisse unseres Teams auflisten. Den Beitrag werde ich zudem in drei Teilen schreiben, da alle Erlebnisse in einem Eintrag einfach zu viel Text wären. 😉
Also, legen wir los!

Die lange Hinreise… oder: Ein stau kommt selten allein

Für mich beginnt die Reise ins knapp 500 Kilometer entfernte Butzbach bereits am Freitag. Gemeinsam mit Christian, Fynn, meinem Bruder Daniel und mit Gepäck für die nächsten 12 Jahre starten wir 14:30 Uhr mit dem Auto Richtung Süden. Ein komisches Gefühl für mich, da ich es gewohnt bin, nachts zu den Turnieren zu fahren. Und gewöhnlich bin auch ich dann derjenige, der am Steuer sitzt.
Aber dieses Mal ist alles anders:  Die Sonne scheint, ich sitze auf dem Beifahrersitz… Und nach wenigen Kilometern fahren wir auch schon in den ersten Stau. Traumhaft.

Ne, jetzt wirklich: Traumhaft! Denn für Daniel und mich, die die Smartphone-App ‘Pokémon GO’ noch nicht abgeschrieben haben, ist jeder Stau ein Segen! Überraschenderweise ist es mit 130 km/h nämlich etwas schwierig, Pokémon zu fangen. (An dieser Stelle gehen Grüße raus an Dennis Schleussner, der vermutlich seine Seele an das Spiel verkauft hat. 😀 )
Genauso glücklich sind wir aber, als wir den Stau kurze Zeit später überwunden haben, denn uns steht noch eine lange Fahrt bevor. Mit verschiedensten Gesprächsthemen wie: Erwartungen an das Turnier, das Wrestling-Aus und das Fußball-Comeback von Tim Wiese, Flugdrohnen und deren Tücken, mehr oder weniger erkennbare Tierbilder auf Lastwagen, alte und neue Videospielkonsolen, uvm. können wir die lange Fahrtzeit aber kurzquatschen.

Als wir endlich die Autobahnabfahrt ‘Butzbach’ erreichen, sieht man von der Sonne schon längst nichts mehr. Nachdem wir noch einen kurzen Halt beim ‘Restaurant zum goldenen M’ (oder auch: Mc Donalds) gemacht haben, machen wir uns nun auf den Weg zu unserer Ferienwohnung. Das ist jedoch leichter gesagt als getan, denn die Stadt ist, obwohl Quickborn und Butzbach ähnliche Einwohnerzahlen haben, flächenmäßig doppelt so groß wie die Eulenstadt. Das Navigationsgerät führt uns also über viele Landstraßen, durch dunkle Wälder, verwinkelte Gassen, die Tore von Mordor und über das Gleis 9 3/4, doch nach mehrmaligem Verfahren erreichen wir endlich unser Ziel.

Frostige Nächte… Oder: Christian hat ein Feuer gemacht!

Die Suche nach der Ferienwohnung war aber noch nicht das Ende der Schnitzeljagd. Wir hatten noch eine letzte Mission: Den Schlüssel für das Ferienhaus finden.
Uns wurde gesagt, dass sich der Schlüssel in einer grauen Box neben der Eingangstür befindet, wo auch Sitzkissen für Liegestühle verstaut sind. Obwohl die Box relativ groß ist, finden wir sie wegen der Dunkelheit jedoch minutenlang nicht. Als wir auf die glorreiche Idee kommen, vielleicht mal die Taschenlampen unserer Handys zu nutzen, finden wir sie endlich. Inzwischen ist uns schon ordentlich kalt, deswegen kramen wir zu viert und immer verzweifelter in dieser Kissenbox herum, um den Schlüssel zu suchen. Doch wir finden ihn einfach nicht. Der Versuch, die Vermieter anzurufen und um Hilfe zu bitten, scheitert am fehlenden Handyempfang, da wir uns am Rand eines Waldes befinden. Na toll… Und jetzt?
Ein letzter, verzweifelter Blick von mir in die Kissenbox, und da ist er dann: Unverkennbar liegt er ganz oben auf den Kissen drauf – keine Ahnung, wie wir den nicht sehen konnten.

Also: Tür auf, rein ins Haus, Sachen ablegen, Zimmer auskundschaften und sich irgendwie aufwärmen. In diesem Haus sind die vorhandenen Gasheizungen aber leider nicht angeschlossen, sodass wir auf einen Ofen im ‘Wohnzimmer’ und Steckdosenheizungen in den Schlafzimmern zurückgreifen müssen. Nach ersten kläglichen Versuchen, den Ofen anzubekommen, finden wir Anzündhilfen in einer Teedose, womit sich der Ofen sichtlich leichter anheizen lässt. Dumm von uns, dass wir nicht vorher auf die Idee gekommen sind, in einer Teedose nach Anzündhilfen zu suchen…
So richtig warm wurde uns trotzdem nicht, denn sowohl der Ofen als auch die Steckdosenheizungen hatten einen Wärmeradius von gefühlt einem halben Meter.
Inzwischen war auch die Tochter der Vermieter bei uns und hat noch ein paar Hinweise gegeben, was man hier tun sollte und was nicht:

“Die Steckdosenheizung würde ich nachts vor dem schlafen gehen ausmachen, da die Gefahr besteht, dass sie einfach durchbrennt.”
“Um warmes Wasser im Badezimmer zu bekommen, sollte man die Dusche für 2 Minuten auf die heißeste Stufe stellen.”
“Das Problem mit dem Handyempfang kenne ich. Aber keine Angst – das Handy gewöhnt sich an die schlechten Verhältnisse.”

Achso. Klar. So funktionieren Handys ja auch. Na gut, machen wir das Beste daraus.

Als sie sich wieder verabschiedet, ist es bereits kurz vor 23 Uhr. Christian und ich lassen den Abend vor dem Fernseher ausklingen (oder genauer: vor dem SmartTV ohne Internetanschluss) und Fynn und Daniel nutzen die Abgelegenheit des Ferienhauses, um noch zu später Stunde Becher stapeln zu können. “Nur noch schnell ‘ne 5er!”, äußert Daniel. Gott, wie oft ich diesen Spruch schon gehört habe…
Kurz vor Mitternacht schauen dann alle vier noch gespannt zu, wie sich Oliver Pocher bei ‘5 gegen Jauch’ zum Hampelmann macht. Und dann ist es endlich Zeit, ins Bett zu gehen und sich für das bevorstehende Turnier auszuruhen.

Ein Gedanke zu „Die Deutsche Meisterschaft 2017 (Teil 1/3): Freitag, die Hinreise

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